Design Thinking

Für eine Zukunft
ohne Abfall

Kurz gesagt

Wie können Menschen motiviert werden, beim Essen unterwegs eigene Mehrwegbehälter mitzubringen? Dieser Frage sind wir gemeinsam mit dem Zero Waste Verein, dem Projektteam der TU Berlin und der Forschungsgruppe PuR in einem mehrmonatigen, nutzerzentrierten Innovationsprozess in der Workshopserie »Bring Your Own« nachgegangen.

Projektpartner:in

Zero Waste Berlin e.V., TU Berlin,
Forschungsgruppe PuR

Zeitraum

September–November 2024

Fotografische Dokumentation

Johanna Beslmeisl (rehab republic)
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Coaching + Moderation Culture Probes Fokusgruppen
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User Research
Design Thinking
Futures Thinking

Eigene Behälter für Takeaway – wie gelingt das im Alltag?

»Bring Your Own« – das Mitbringen von eigenen Behältern für Takeaway-Speisen – ist vielerorts noch eine Nischenlösung, trägt aber einen großen Teil dazu bei, Einwegverpackungen zu reduzieren. Nachdem wir die durch das BMBF geförderte Projektgruppe PuR (»Mit Precycling zu mehr Ressourceneffizienz«) bereits im Projekt
»Hemmungslos Wasser« zum Thema Leitungswasserkonsum unterstützt hatten, tauchten wir hier tiefer in das Feld Takeaway und die damit verbundenen Verhaltensweisen ein. Ziel war es, den Weg dafür zu ebnen, BYO als alltagstaugliche Precycling-Lösung in die Breite der Gesellschaft zu tragen.

Projektüberblick

Im Kontext eines Design-Thinking-Frameworks durchlief das Projektteam einen mehrschrittigen User-Research-Prozess, um Bedürfnisse im Feld Mehrwegverpackungen für Takeaway zu erforschen und darauf aufbauend bedürfnisorientierte Lösungen und Kommunikationsstrategien zu entwickeln.
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Die Basis des Prozesses bildeten Cultural Probes (fragengeleitete Tagebücher mit Bildanteil), welche zu ersten Insights kondensiert wurden. Darauf aufbauend erforschte das Projektteam über die Methode der Fokusgruppen zentrale Bedürfnisse und Herausforderungen der Zielgruppe, welche mittels »Wie könnten wir…?«-Fragen weiter zugespitzt wurden. Auf dieser Grundlage brainstormte das Team Ideen und übersetzte sie in erste Prototypen, bevor schließlich ein Testing der ausgewählten Ideen erarbeitet wurde.

Methode 1:
Cultural Probes

Cultural Probes sind eine User-Research-Methode zur angeleiteten Selbstbeobachtung. Für das Projekt BYO haben die Proband:innen im Verlauf einerr Woche anonym fragengeleitete Tagebücher in Wort und Bild geführt, in denen sie ihren Alltag dokumentierten und in einem kurzen Resümee bewerteten. Ihre Notizen zu typischen Einkäufen und deren Kontext, täglichen Wegen, Routinen und Störfaktoren gaben Hinweise auf zentrale Herausforderungen (und manchmal individuelle Lösungsansätze)  in ihrem Alltag. Im Licht der Cultural Probes tauchten erste  Möglichkeitsfelder auf. So stieß die Projektgruppe z.B. auf den
»Blinden Fleck Bäckerei« – obwohl Papiertüten für Snacks aus der Bäckerei einen großen Teil der anfallenden Einwegverpackungen ausmachten, wurden diese kaum als Abfall aufgezählt.

Methode 2:
Fokusgruppen

Im Anschluss an die Auswertung der umfangreichen Cultural Probes wurde eine zweistündige Fokusgruppe vorbereitet. In diesem Gruppengespräch mit vier Proband:innen überprüfte und korrigierte die Projektgruppe ihre Hypothesen zu den Herausforderungen und Motiven der Zielgruppe im Feld Bring Your Own. Mit neu geschärftem Fokus wurde dann die Ideenentwicklung vorgenommen, welche in zwei testbaren Lösungsansätzen resultierte: Die Aufkleber mit dem Slogan »Mitgedacht, mitgebracht, eingepackt – Bring Your Own« als Reminder für das Einpacken von eigenen Behältern sowie eine begleitende Social-Media-Kampagne, die mit kurzen Video-Clips, in denen Kinder über Verpackungen und Müll sprechen, das Konzept von Bring Your Own humorvoll und niedrigschwellig vermittelt.

Stimme aus der Praxis:

»Der größte Mehrwert der Cultural Probes und der Fokusgruppe war ganz klar die intensive Auseinandersetzung mit unserer Zielgruppe – in dieser Tiefe hatten wir bisher weder die Ressourcen noch die passenden Methoden zur Verfügung. Das war unglaublich wertvoll, auch weil einige überraschende Aussagen von den Teilnehmenden kamen.«

Ergebnis und Reflexion

Der Innovationsprozess hat gezeigt, dass eine tiefere Auseinandersetzung mit den alltäglichen Routinen der Zielgruppe neue Perspektiven eröffnet. Während aus der Perspektive des Zero Waste Berlin e.V. vor allem Maßnahmen im Fokus standen, die vom Takeaway-Anbietenden ausgehen, rückt nun der heimische Alltag stärker in den Mittelpunkt, um nachhaltig das Verhalten zu verändern.

Die Ergebnisse wurden
im Anschluss in einer Dokumentation gesammelt, editiert und vom Zero Waste-Verein öffentlich bereitgestellt.

Zur Dokumentation

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